Gesundheit unser höchstes Gut
Vortrag vom 25.07.2007 Rotary Club Brixen „Gesundheit unser höchstes Gut“ als Einführung in das rotarische Jahr 2007-2008 zum Thema „Gesundheit und Gesundheitsreformen„
Vortrag
Die Gesundheitssystem auf der ganzen Welt stehen unter zunehmenden finanziellem Druck. Die ständig zunehmenden Ausgaben in diesem Sektor, werden nicht mehr durch ein ähnliches zunehmendes Wachstum der finanziellen Mittel durch Steuern oder anderer Einnahmen kompensiert.
Daraus resultiert die Notwendigkeit, auszuwählen welche Gesundheitsleistungen (Technologien) in Zukunft mit öffentlichen Geldern finanziert werden können.
Als Kostentreibende Faktoren sind wie im Rest der Welt so auch in Südtirol, dies neben, der zu begrüßenden Überalterung der Bevölkerung, die gesteigerte Nachfrage der Bürger und vor allem der ständige Zuwachs an neuen Gesundheitstechnologien, die nicht zuletzt auch aus geschäftlichen Überlegungen auf den Gesundheitsmarkt drängen.
Um auch in Zukunft eine gut funktionierende qualitativ hochwertige nach nationalen und internationalen Standards ausgerichtete und solidarisch finanzierte Gesundheitsversorgung anbieten zu können, müssen die vorhandenen limitierten Ressourcen optimal verwendet werden.
Dies setzt ein Zusammenspiel aller beteiligten Akteure und die Definition und die Einhaltung von gemeinsam definierten Spielregeln voraus. Die behandelten Ärzte müssen entscheiden welche Maßnahmen aus medizinischer Sicht notwendig für die Genesung bzw. unumgänglich für das Vermeiden von Erkrankungen sind.
Die ärztliche Kunst besteht demnach dem richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt, die richtige Gesundheitsleistung und Gesundheitstechnologie unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen anzubieten.
Diese so wichtige Entscheidungsfindung darf im Zeitalter der so genannten „ nachweisgestützen Gesundheitsversorgung nicht willkürlich sein, sondern muss, unter Einbeziehung der beruflichen Erfahrung, auf der Basis der besten zur Verfügung stehenden neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Informationen, unter Einbeziehung der Bedürfnisse der Patienten, erfolgen.
In dieser Hinsicht hat die Autonome Provinz Bozen, durch das Assessorat für Gesundheit und Soziales unter der Leitung des Amtes für aus und Fortbildung auf Iniziative des Autors und anderen Kollegen, ein auf europäischer Ebene wohl einzigartig erfolgreiches Projekt virtuelle medizinische Bibliothek (www.vmb.bz.it ) gestartet, welches allen Beschäftigten des Südtiroler Gesundheitsbetriebes einen Zugang zu den wichtigsten wissenschaftlichen Zeitschriften und Datenbanken ermöglicht.
Damit diese Informationen tatsächlich zu einer Verbesserung der Patientenversorgung führen, braucht es zusätzlich zur Informationsbereitstellung und auf den Anwender zugeschnittenen Schulungen, organisatorische Maßnahmen - wie Änderung von Behandlungsabläufen, Reorganisation von Diensten und Abteilungen. Um diese anstehenden Veränderungen zu ermöglichen, war laut Einschätzung der Landesregierung eine Zusammenlegung der Sanitätsbetriebe zu einem einzigen Betrieb unumgänglich.
Damit oft geäußerte Ziele mehr Qualität mit weniger Ressourcen, realisieren zu können, setzt man in anderen Ländern zur Steuerung der Gesundheitssysteme, auf einen interdisziplinären und berufsgruppenübergreifenden wissenschaftlichen Ansatz der dem Namen „ Health technology Assessment“ auf deutsch „ Beurteilung von Gesundheitstechnologien“, trägt. Unter den Begriff Tehchnologie fallen in diesem Zusammenhang alle Tätigkeiten, Geräte, Abläufe, Gesundheitsprogramme, die dazu dienen, die Gesundheit zu fördern bzw. Krankheiten vorzubeugen, zu diagnostizieren und zu behandeln.
Die selbst gestellte Aufgabe des Rotary Clubs Brixen für Jahr 2007/2008 ist es, diese und ähnliche gesundheitsrelevante Themen und deren Bedeutung für die Südtiroler Realität , durch Vorträge von Fachleuten zu thematiseren und durch den Aufbau einer Internetplattform einer öffentlichen Diskussion zugänglich zu machen.
Als zusätzliche Serviceleistung soll in einem strukturschwachen Gebiet in Südamerika (Argentinien) der Aufbau einer HTA Struktur als dauerhafte und nachhaltige Aktion im Rahmen eines internationalen „Maching Grants“ ermöglicht werden.
Diese Maßnahmen sollen auch auf die Aktivitäten und Serviceleistungen des Rotaryclub Brixen und die sozialen Ziele der Rotatyfoundation aufmerksam machen.
Autor Dr Horand Meier Brixen 25.07.2007
- Weitere Informationen: Gesundheitsversorgung_02.pdf

















