Vortrag: Die Tageszeitung ist wichtiger als die Sparkassenstiftung
Der Journalist Florian Kronbichler über das beste Südtiroler Vorurteil. Il capo redattore della rivista FF per molti anni ed ora giornalista libero scrive le sue colonne sulla “Tageszeitung”.
Il Presidente presenta il relatore Dr. Florian Kronbichler, capo redattore
della rivista FF per molti anni ed ora giornalista libero scrive le sue colonne sulla “Tageszeitung”. Il suo monologo sui redattori di altri giornali, anche su quello proprio è abbastanza critico, satirico ma anche divertente. Alla breve discussione che segue partecipano i soci Bronchi, Hintner, Schwitzer, von Grebmer e Weitschek.
A conclusione il Presidente consegna al Dr. Kronbichler un ricordo del Club ed il tocco della campana chiude il meeting alle ore 22,30.
Präsident Hintner begrüßt die Clubfreunde, Damen und Gäste zum heutigen Meeting und stellt nach Bekanntgabe der offiziellen Clubmitteilungen den Referenten des heutigen Abends vor: Dr. Florian Kronbichler, bekannt als langjähriger Chefredakteur der FF und jetzt freier Journalist, spricht über "Die Tageszeitung ist wichtiger als die Sparkassenstiftung", ein fürwahr etwas provokanter Thementitel, aber Kronbichler meint gleich zu Beginn: "Der Herausgeber der Tageszeitung (Taz) unterstellt mir immer, ich würde so teuflisch bösartig sein. Ich beruhigte ihn, ich würde schon sagen, dass die Taz nicht in allem vollkommen sei, im übrigen aber den Titel meines Referates sehr ernst nehmen und den Beweis liefern: Taz muss sein" (Zitat).
Und so entwickelt Kronbichler auch gleich eine Reihe von Argumenten, die die Tageszeitung im an sich schmalen Südtiroler Blätterwald gerechtfertigt positionieren sollte. So verkündete Kronbichler: "Die Taz ist sicher nicht in allem vollkommen, aber eine Zeitung ist sie schon. Und das ist viel, meint er weiter, denn Südtirol ist das Land nicht nur des Parteien-, sondern auch des Pressemonopols". Diesen Seitenstreichler verstand im Auditorium jeder. Amüsanter wird der Referent im Zuge seiner Positionierungsanstrengungen – immer die Taz betreffend – wenn er einen bekannten Tölderer Glockenspieler und Leserbriefschreiber zitierte. Der soll in einem Leserbrief geschrieben haben; "Wenn ich die Tageszeitung nicht gelesen habe, kann ich am Abend nicht einschlafen".
Aber Kronbichler gibt sich damit noch nicht zufrieden. Er legt noch zu: "Die Taz bringt jeden Tag eine Neuigkeit und oft stimmt sie." Als Journalist meint Kronbichler weiter: "Gescheit über den Nahostkonflikt, den Lissabonvertrag oder die globale Klimaerwärmung zu schreiben, ist leicht. Auch wenn ich den größten Blödsinn schreibe, ich habe keine Klage zu befürchten. Ernst wird es, wenn es um die Hennen der Nachbarin geht. Auch ist es leichter für eine große Zeitung zu schreiben. Die große Zeitung wird nicht von jedem Wichtigtuer gleich geklagt. Die hat Macht. Der Tageszeitung droht jeder Lump gleich mit Klage – weil er weiß, die kann sich Prozesse nicht leisten." Kronbichler hat noch einiges mehr zur Taz gesagt, aber irgendwann blendet er auch wieder zurück zum Anfang. "Die Tageszeitung ist wichtiger als die Sparkassenstiftung". Er meint: "Die Taz ist unabdingbar für die Demokratie im Land, die Sparkassenstiftung, bei all ihren Verdiensten, ist es nicht."
Kronbichler spricht mit Nachdruck dem Pressepluralismus das Wort und endet mit einer Feststellung: "Autorität kommt von Autor , und Qualität kommt von Qual. Dieser Satz verlangt von Journalisten, dass sie sich quälen, das Beste zu geben, und es verlangt von den Verlegern, dass sie die Journalisten in die Lage versetzen, das Beste geben zu können."
An der anschließenden Debatte beteiligten sich die Freunde Bronchi, Hintner, Schwitzer, von Grebmer und Weitschek.
Mit einem Erinnerungsgeschenk an den Referenten Florian Kronbichler schließt Präsident Hintner das Meeting mit dem Glockenschlag um 22.30 Uhr.

















